General-Anzeiger (08.10.2003)
Oftmals zwei Schritte vor und drei zurück
Anita Hermeling las aus ihren Büchern / Autorin will Betroffenen Mut machen
Vor einigen Jahren erkrankte die Autorin selbst an MS. In Papenburg war sie jetzt bei einer Selbsthilfegruppe zu Gast.

Papenburg – Voll besetzt war der Vortragsraum des Carré-Infotreffs am Hauptkanal in Papenburg, als die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Papenburg zu einer Autorenlesung mit Anita Hermeling aus Lindern eingeladen hatte. In bislang zwei Büchern hat sich die heute 52-Jährige mit ihrer eigenen Erkrankung auseinander gesetzt und ihre Erfahrungen mit der unheilbaren Krankheit aufgeschrieben.
"Die andere Freiheit auf Rädern" ist eine Autobiografie, in der die dreifache Mutter ihr Leben mit der Krankheit schildert. Im Buch "Weg der Tränen – wie Theresa ihr Glück fand" beschreibt sie den Kampf der Hauptperson Theresa gegen die Krankheit, vor allem aber die Lebensfreude und das Positive, das Theresa trotz oder auch durch die Krankheit erlebt.
"Ich möchte anderen Betroffenen Mut machen", sagt Anita Hermeling. Mut, mit der Krankheit, die bei ihr selbst 1986 diagnostiziert wurde, positiv umzugehen. Das ist nicht immer einfach. Auch Anita Hermeling war nach der Diagnose und durch den Krankheitsverlauf jahrelang äußerst deprimiert. Aber "ich habe nicht resigniert, wenn es auch oft zwei Schritte vor und drei Schritte zurück ging", schreibt sie in einem ihrer Bücher. Besonders geholfen hat ihr dabei ihr tiefer christlicher Glaube: "Ich spüre, dass Engelflügel mich beschützen."
Die Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose trifft sich viermal jährlich im Carré-Infotreff. Die nächste Veranstaltung ist das Symposium "MS-Life – Hoffnung bei Multiple-Sklerose-Erkrankung" am 15. November, im Forum Alte Werft. Auch hierzu sind Betroffene ebenso wie Angehörige von MS-Kranken eingeladen. Anmeldungen werden unter der Telefonnummer 04961/927927 entgegengenommen.