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...und dennoch kann ich mich freuen!

Schreibwettbewerb: Krankheitsbewältigung durch Schreiben
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Filed under: Aktuelles — anita at 1:55 pm on Donnerstag, Dezember 22, 2005

Der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und der Frieling-Verlag in Berlin luden am Freitag, dem 9.Dezember 2005 zur Abschlussveranstalung des gemeinsam initiierten Literaturwettbewerbes "Krankheitsbewältigung durch Schreiben", für MS-Erkrankte und deren Angehörige in das renommierte Berliner Kleisthaus ein, um die Gewiner zu ehren.

Bei der Veranstaltung zugegen waren Teilnehmer des Wettbewerbs und auch die prominenten Juroren aus Politik, Medien und Gesellschaft. Die Mitglieder der Jury waren: die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Helga Kühn-Mengel, sowie die Vorsitzende des Bundespatientenbeirates der DMSG, Frau Dr. Edeltraud Fasshauer, Wissenschaftsjournalistin Dr. Adelheid Müller-Lissner (Der Tagesspiegel) und Feuilletonredakteurin Dr. Irmtraud Gutschke (Neues Deutschland) sowie Cheflektorin Kathrin Kowarsch (Frieling-Verlag) und Frieling-Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann.

Es galt aus über 150 Einsendungen die Gewinner auszuwählen. Schließlich standen 12 Autoren fest, deren Beiträge besonders ansprachen. Wobei man immer wieder betonen muss, jeder liest die Texte anders und bewertet sie anders. Es war äußerst schwer für die Damen und Herren, die Gewinner festzulegen. Jeder hatte seinen eigenen Favoriten. So kam unter anderem auch mein Beitrag "Meine Ängste fallen aufs Papier" in die engere Auswahl. Mir sagte jemand, und über diese Sätze habe ich mich sehr gefreut: " Ihnen ist mit „Meine Ängste fallen aufs Papier“ ein sehr Mut machendes, ehrliches und dazu noch sehr gut geschriebenes Stück Prosa gelungen, das gewiss vielen MS-Erkrankten aus dem Herzen spricht. Darüber hinaus hilft es aber insbesondere auch Menschen, die gesund sind, besser zu verstehen, wie viel Kraft und Mut es kostet, die Krankheit zu akzeptieren und das Leben neu zu gestalten."

preistraeger_gruppe.jpgDie drei ersten Siegertexte stammen von Frau Petra Hechler, Darmstadt/Hessen, Frau Birgit Bernhard, München/Bayern und Frau Brigitte Schlegel, Osterberg/Bayern. Die Namen der anderen Gewinner, soweit sie einer Veröffentlichung ihrer Namen zustimmten waren: Herr Gerhard Terwort, Münster/NRW, Frau Doris Rüb, München/Bayern, Frau Andrea Windhausen, Bergheim/NRW, Frau Anita Hermeling/Norddeutschland,Frau Connie Ruoff, Wiesbaden/Hessen, Frau Monika Krenn, Perlesreut/Bayern und Maximillian Heerlen, London/England.

Hintergrund der Aktion war das Bemühen des Bundesverbandes der DMSG und des Frielings-Verlages das Thema""Schreibtherapie" zu fördern. " Die Texte belegen sehr eindrucksvoll, wie ein Talent genutzt werden kann, sich selbst, aber auch anderen bei der Bewältigung des Lebens mit MS zu helfen. Es sind Geschichten, die Mut machen, sich nicht aufzugeben, sondern sich und anderen zu beweisen, dass das Leben wei-tergeht und dass es lebens- und liebenswert ist", so DMSG- Bundesgeschäftsführerin Dorothea Pitschnau-Michel. Es gab kurze Lesungen aus den Gewinnertexten, ein Trompetensolo, schließlich wurden Fotos gemacht und dann ging es zum gemütlichen Teil über. Bei Sekt und Brezeln wurden Kontakte geknüpft und die Veranstaltung klang langsam aus.

Mit vielen Eindrücken bin ich nach Hause gefahren. Es wird etwas dauern, bis ich alles realisiert habe. Zu viel stürmte auf mich ein. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch detailierter darüber berichten. In Kürze wird mein neues Buch erscheinen. Ich wünsche und hoffe, dass es mir und meinen Lesern neue Kraft gibt, dieses Leben mit der MS weiter zu leben und die Lebensfreude immer mehr an Volumen gewinnt, bei jedem von uns. Wenn mir dies mit meinem neuen Werk gelingt, bin ich sehr glücklich.

Die andere Freiheit auf Rädern
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Filed under: Aktuelles — anita at 4:03 pm on Donnerstag, Dezember 1, 2005

Durch Schreiben und Malen fand MS-Erkrankte ganz neue Lebensperspektiven

" Du hast Multiple Sklerose". Diese Diagnose traf die heute 53jährige Anita Hermeling aus Lindern vor rund 20 Jahren wie ein Keulenschlag. "Mit einem Mal soll alles vorbei sein? Nichts mehr, worauf man sich freuen kann? Wohin führt mein Weg?" Diese Fragen waren ihr durch den Kopf gegangen. "Glaube, Liebe und Hoffnung waren die drei Elemente, die mir aus der Krise halfen", sagt Anita Hermeling.

Im "Haus Kettler" schilderte sie jetzt, wie sie ihr neues Leben meistert und welche Faktoren dazu beigetragen haben. Ganz wichtig sei es, sich der Krankheit zu stellen. Auch für jemanden, der eigentlich gesund ist, sich aber in einer schwierigen Lebenssituation befindet, sei es wichtig, sich den Problemen zu stellen und sie anzugehen. Wer dieses schafft, habe schon den ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

Die Familie stelle neben der eigenen positiven Grundeinstellung den wohl wichtigsten Part bei der Bewältigung der Lebenskrise. Durch die Akzeptanz fühle man sich gestärkt und könne neuen Lebensmut fassen.

Die Krankheit mit den tausend Gesichtern bedeute nicht von vorherein ein Leben im Rollstuhl. "Ich kenne genügend MS-Kranke im Alter von 60 und 70 Jahren, die noch ohne Rollstuhl auskommen", sagt Anita Hermeling. Sie selbst sitzt seit 1990 im Rollstuhl. "Aber ich lebe und ich kann mich wieder freuen. Ich mache Pläne, ich bin kreativ und male Aquarelle. Mit meinen Bildern versuche ich den Betrachter an meinen Gefühlen teilhaben zu lassen. So zu denken ist zwar ein jahrelanger Lernprozess, aber lohnt sich", sagt sie.

Eine neue Perspektive bot ihr die Aktion "Krankheitsbewältigung durch Schreiben". Aus den Tagebuchaufzeichnungen seit Beginn ihrer Erkrankung veröffentlichte sie 2001 das Buch "Die andere Freiheit auf Rädern", im Jahr 2002 erschien das zweite Buch mit dem Titel "Weg der Tränen – wie Theresa ihr Glück fand". Besondere Anerkennung fand ihr Beitrag "Meine Ängste fallen aufs Papier" oder "Habe Mut – überwinde deine Angst und lebe dein Leben", mit dem sie von insgesamt 138 Beiträgen unter die besten zwölf Autorinnen bundesweit gekommen ist und in Kürze in Berlin dafür ausgezeichnet wird.

Am 16.Januar um 19.30Uhr im Haus Ketteler und am 16.Februar um 9.30Uhr im Haus der Senioren referiert Anita Hermeling zum Thema "Habe Mut – überwinde die Angst und lebe dein Leben". 

 Münsterländische Tageszeitung Donnerstag 10.Dezember 2005