Senioren lauschten aufmerksam
Lesung mit der MS-kranken Linderner Autorin Anita Hermeling
[inspic=6,left,fullscreen,thumb]Lindern(wk)-Aus ihren Büchern “Die andere Freiheit auf Rädern-mein Leben mit der MS” und “Weg der Tränen-wie Theresa ihr Glück fand” und aus ihrem ersten Roman “Alabaster und Gold” las jetzt die Linderner Autorin Anita Hermeling vor 50 Senioren und weiteren interessierten Besuchern im Seniorenzentrum in Lindern.
[inspic=7,right,fullscreen,thumb]In dieser Autorenlesung, die vom Besucherdienst des Seniorenzentrums durchgeführt wurde, konnten viele Besucher Kraft tanken für die jetzt anstehende kalte, dunkle und triste Jahreszeit. Die Autorin möchte mit ihren Büchern Mut machen, Mut zum Leben, auch wenn es in manchen Situationen schwer fällt.
Vor 20 Jahren bekam Anita Hermeling die Diagnose MS. Von nun an ging es bergab. Im Januar 1990 löste ein böser Infekt einen schweren Schub aus, der Anita Hermeling buchstäblich von den Beinen riss. Der Rollstuhl stand vor der Tür und nahm Einzug in den Altag. Die enorme Verschlechterung des körperlichen Zustandes war nur schwer zu verkraften.
Meine erste Lesung am 25. Oktober 2006 in einem Seniorenheim wird
mich noch lange beschäftigen. Aufmerksam verfolgten die 54 Zuhörer meinen Worten. Mir kamen so viele Gedanken, die ich gerne ausgesprochen hätte. Was ist, wenn ich einmal nicht mehr für mich alleine sorgen kann oder möchte? Werde ich dann auch diese Lebensform wählen? Ich konnte bemerken, wie liebevoll die Bewohner umsorgt wurden, bestimmt ist dies nicht immer und überall der Fall. Uschi Lönne begleitete mich auf der Gitarre unter anderem mit dem Lied von Reinhard Mey "Über den Wolken, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein".
Begleitet wird Anita Hermeling auf ihren Lesungen häufig vom Gitarristen Reiner Zoch (siehe Foto), der auch in Ahmsen dabei sein wird. "Seine Musik regt die Gedanken an und passt gut zu meinen Texten", meint Anita Hermeling. Katrin Hasekamp zeigt in Ahmsen eine Auswahl ihrer Keramiken. Ihre Palette reicht von Gebrauchsgegenständen über Dekorationen für den Garten, hin zu Figuren aus Ton. In Australien erweiterte sie ihr künstlerisches Blickfeld und ihre handwerklichen Fertigkeiten durch die Mitarbeit in verschiedenen Töpferwerkstätten. Die Klosterküche bietet zur Veranstaltung Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke an.