Meppener Tagespost „Emslandschreiber“ beim Kunstforum Ahmsen in Lähden

von Martin Reinholz

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Anita Hermeling
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Jutta Over

mrLähden. „Heimatnah“ bewegt hat sich der jüngste Künstlertreff im Exerzitienhaus Kloster Ahmsen in Lähden. Das Thema lautete „Emslandschreiber“. Die Initiatorin und Moderatorin des Künstlertreffs, Renate Speil, definierte „Emslandschreiber“ als Schriftsteller, die im Emsland geboren sind, im Emsland wohnen oder über das Emsland schreiben. „Sie schreiben über Ereignisse, erzählen Geschichten und verfassen Gedichte“, sagte Speil. Häufig seien Emslandschreiber nicht nur in der Literatur, sondern auch auf anderen künstlerischen Gebieten tätig.

Den etwa 100 Besuchern des Künstlertreffs gab Renate Speil einen Überblick über die Schaffensbereiche der teilnehmenden Künstler. Bereits beim ersten Künstlertreff im Oktober 2006 war Anita Hermeling aus Lindern dabei. Sie schreibt nicht nur Kurzgeschichten, sondern hat sich auch der Aquarellmalerei verschrieben .

Kurzgeschichten und Gedichte

Der in Haselünne geborene Wilhelm Dreischulte befasste sich schon immer mit dem Schreiben, dem Malen und der Bildhauerei, erklärte Speil. Am liebsten verfasse der als Lehrer tätige Schriftsteller Kurzgeschichten.

Die Biologin Jutta Over schreibt in ihrer Freizeit Gedichte. Die Sprache halte nach Überzeugung Overs eine unerschöpfliche Menge an Spiel und Unterhaltungsmaterial bereit, sagte Speil. Dies nutze Over zur Beschreibung von Stimmungsbildern der Natur. In ihnen erzähle sie von großen und kleinen Ereignissen im Grünland des Tages und im Schwarzland der Nacht sowie über das vielfältige Geschehen im Grauland der Übergänge vom Tag und zur Nacht sowie über das vielfältige Geschehen im Grauland der Übergänge vom Tag zur Nacht und von der Nacht zum Tag.

Glaskunst

Glasobjekte stellte die Pädagogin Roswitha Niessen aus. Die Künstlerin aus Haselünne-Eltern verschmilzt verschieden große Glasstücke zu Glasplatten und verarbeitet diese durch Biegen und Absenkungen weiter. Den musikalischen Rahmen gestalteten Harald Kopatschek mit der Oboe und Saxophon und Timo Lögering am Klavier.

Jutta Over beschrieb mit ihrem Gedicht „Im Grauland“ das Treiben der Kühe auf der Weide im Übergang vom Tag in die Nacht. Wenn die Natur auch häufig durch die Tatsache des „Fressen und Gefressenwerden“ eine grausame Seite zeige, gebe es aber Ausnahmen, wie die Hummel, die ein friedliches Dasein zeige. Das Gedicht „Die Heckenrose“ bezeichnete Over als „Ode an die Mutter aller Rosen“. Natürlich durfte auch das Gedicht über den „Wobbegong“ nicht fehlen.

Amüsantes und Nachdenkliches

Mit der Herausforderung eines „Neurentners“ befasste sich Anita Hermeling in der amüsanten Kurzgeschichte „Paul das wird fein“. Nachdenkliches dagegen  die Kurzgeschichte über „Rick“, de schließlich nach einer Demenzerkrankung den Gang in die Ems als letzten Ausweg sieht.

Eine aktuelle Seite schlug Wilhelm Dreischulte mit der Kurzgeschichte „Wir wollen nicht auf der Straße leben“ auf. Sie handelt von Noori und seiner Familie, die als muslemische Flüchtlinge nur den Wunsch haben, in Deutschland ein normales Leben führen zu können Amüsant dagegen die Geschichte von „Hans im Glück 2“, der sein von den Eltern zum Abitur geschenkt bekommenen Kleinwagen zunächst gegen ein Faltboot eintauscht. Nach mehreren Taschgeschäften bleibt ihm nur ein modernes Handy, das er schließlich auf den Weg nach Hause im Taxi vergisst und mit leeren Händen vor seinen Eltern steht.

DSC08338Initiatorin Renate Speil und Bürgermeister Bernhard van der Ahe bei der Übergabe der Rose des Kunstforums Waldbühne Ahmsen.