Viele interessierter Zuhörer bei Lesung in Lähden

Am Donnerstag, den 09.Oktober 2008 durfte ich vor genau 100 Gästen auf der Generalversammlung der KFD – Frauen in Lähden meinen Vortrag „Wenn die Seele Zick – Zack läuft“ halten und eine kleine Auswahl meiner Bilder in Acryl zeigen. Um 19.00 Uhr begann die Veranstaltung in der kath. Pfarrkirche des Ortes. Es hat mich angenehm berührt, dass hier noch so richtig der Glaube praktiziert wird. Als kleines Highlight empfand ich das gesungene und um den Altar herum getanzte „Vater unser“. Eine Tanzgruppe der KFD – Frauen hatte diese Einlage einstudiert und nun sehr gelungen dargeboten. Diese Messe hat mich auf meine Lesung eingestimmt.
Dann gab es erst einmal im Jugendheim zur Stärkung ein Büffett, das von einigen Damen vorbereitet worden war. Der festlich gedeckte Raum in den goldenen Farbtönen des Herbstes verstärkte die besondere Atmosphäre dieses Abends.

Nicht lange, da stellte Frau Rickermann mich dem Publikum vor und mein Part begann. Jede Veranstaltung ist anders, keine gleicht der anderen. Würde das Publikum mir aufmerksam zuhören und Ruhe bewahren, auch wenn es etwas länger dauerte, als geplant? Diese Frage stelle ich mir vor jeder Lesung. Doch meine Sorge war auch dieses Mal unbegründet. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so ruhig war es im Raum. Gnom und Engel, meine Wegbegleiter, wurden wahrgenommen. Nie wird bei mir Routine einkehren, wenn ich aus meinem Leben erzähle, das von der Multiple Sklerose, mitgestaltet wird. Immer wieder andere Aspekte gibt es zu erzählen. Als ich mit einigen Ausschnitten aus meinem Roman „Alabaster und Gold“ und zwei Gedichten aus meinem kürzlich fertig gestellten Band endete, dauerte es ein Weilchen, bis die ersten Fragen aus dem Publikum kamen. Auch heute hatte ich einige Bilder mitgebracht, die gut in diesen Raum passten, und zur Auflockerung des Ganzen beitrugen. Es tut meinem Herzen gut, dass ich immer mehr das Gefühl bekomme, meine Botschaft erreicht das Innere der Menschen und sie denken über sich und ihr Leben nach. Ich weiß nicht, ob sie etwas ändern werden, ob sie bewusster durch den Alltag gehen, doch ich habe erreicht, dass sie für ein paar Stunden, andere Gedanken hatten und teilnahmen am Leben eines Menschen, der nicht gesund ist und doch das Leben liebt.Zum Abschluss habe ich noch recht viele Bücher signieren dürfen.

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.