Kunst gibt Kraft

27 MS-Kranke stellen ihre Werke im Rathaus zu Weiden aus
Weiden. (uz)Ausstellung mit 27 MS-kranken Künstlern im Neuen Rathaus – Eröffnung am 2. November
Weiden. 90 Bilder füllen mittlerweile das Arbeitszimmer von Susanne Kempf. 21 der insgesamt 27 an der Ausstellung „Denken – Fühlen – Malen“ teilnehmenden Künstler haben sie bereits im Vorfeld zur Organisatorin geschickt. Weitere sechs Künstler bringen ihre Werke direkt zum Aufbau der Ausstellung mit.

Die 27 Maler aus acht Bundesländern zeigen vom 2. bis 21. November ihre Werke im Neuen Rathaus. Gemeinsam ist den Malerinnen und Malern ihr Schicksal: Sie alle sind an Multipler Sklerose erkrankt. „Denken – Fühlen – Malen“ haben die Künstler als Motto ihrer gemeinsamen Präsentation ausgewählt, die am Sonntag, 2. November, um 11 Uhr mit einer Vernissage im Neuen Rathaus in Weiden eröffnet wird.

Die Eröffnung wird musikalisch umrahmt vom Ensemble Franz Lahm, Ingrid Tunger aus Weiden liest aus den Büchern von Anita Hermeling und Maximilian Dorner. Beide Autoren sind ebenfalls an MS erkrankt und versuchen ihr Schicksal mit ihren Texten zu verarbeiten. Die Buchhandlung Stangl & Taubald präsentiert die Bücher der beiden Autoren an einem Büchertisch. Außerdem informiert die Deutsche MS Gesellschaft über ihre Arbeit. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hat die Schirmherrschaft für das Ausstellungsprojekt übernommen.

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.