Frau Anita Hermeling zu Gast bei der Generalversammlung der kfd-Lähden

Blickpunkt Lähden
Foto M. Freese, Text A. Focke

Mit einer Hl.Messe begann auch in diesem Jahr die Generalversammlung der kfd-Lähden. Anschließend wurde für die Teilnehmerinnen im herbstlich dekorierten Jugendheim Kaffee, Tee und ein Büffet angeboten. Mucksmäuschenstill wurde es im Saal, als die bereits seit vielen Jahren an Multipler Sklerose erkrankte Frau Anita Hermeling aus Lindern beeindruckend ihren Lebens-und Leidenseg schilderte. Die Autorin und Malerin, die u.a. mit dem Malen und Schreiben eine Ausdrucksform gefunden hat, um ihre Krankheit zu bewältigen, hatte ihre Bilder und Bücher mitgebracht und ausgestellt. Nach ihrem Vortrag zum Thema „Wenn die Seele Zickzack läuft“ las sie noch einige Passagen aus ihren Büchern vor und signierte diese auf Wunsch am Ende der Veranstaltung. Frau Hermeling, Ehefrau und Mutter von 3 Kindern, sagt: „Es tut meinem Herzen gut, dass ich immer mehr das Gefühl bekomme, meine Botschaft erreicht das Innere der Menschen und sie denken über sich und ihr Leben nach. Ich weiß nicht, ob sie etwas ändern werden, ob sie bewusster durch den Alltag gehen, doch ich habe erreicht, dass sie für ein paar Stunden andere Gedanken hatten und teilnahmen am Leben eines Menschen, der nicht gesund ist und doch das Leben liebt.“

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.