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Weiden 20.Januar 2009

Ausstellung „Denken – Fühlen – Malen“ im Ärztezentrum mit Werken MS-Kranker eröffnet
Ihr Dank galt den Pharma-Unternehmen Bayer Schering, Biogen Idec, Sanofi-Aventis-Teva und Merck Serono, die sich mit der Behandlung von MS befassen und die Ausstellungsidee von Anfang an unterstützt hatten. Im Ärzthaus hatten die Firmen ausgiebige Informationen ausgelegt. Antje Stolz, Gebietsmanagerin Neurologie eines dieser Pharmahersteller, klärte kurz über das Krankheitsbild auf.

Jutta Deiml las anschließend aus einfühlsamen Werken der Schriftstellerin Anita Hermeling, die ebenfalls an MS erkrankt ist. In ihren Geschichten schildert die Autorin ihren Umgang mit der Krankheit, zeigt neben Betroffenheit und Ratlosigkeit auch sehr viel Hoffnung und Lebensfreude.

Insgesamt 55 Bilder werden im Ärztehaus gezeigt. Neben den fünf bereits erwähnten Künstlern sind beteiligt: Franziska Grundig aus Nürnberg, Andrea Hake aus Bochum, Eveline Klein aus Offenbach, Martina Kriwy aus Kiel/Starnberg, Astrid Maier aus Vohenstrauß/München, Petra Meiske aus Berlin, Petra Schäl aus Weilburg, Sabine Vogel aus Bad Klosterlausnitz und Moni Zielke aus Villingen-Dorf.

Bilder wandern weiter

Alle werden mit einer kleinen Biografie vorgestellt, so dass die Exponate auch ein „Gesicht“ bekommen. Nach der Ausstellung in Kemnath gehen die Bilder übrigens auf die Reise durch die ganze Republik: Unter anderem in Düsseldorf und Berlin wird „Denken – Fühlen – Malen“ ebenfalls gezeigt.

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.