Durch schwere Krankheit Krestivität gewonnen

Oldenburgische Volkszeitung, Samstag 07.03.2009
Frühstück zum Internationalen Frauentag im Ludgerus-Werk / Beeindruckende Lesung

Lohne (PU) Der Internationale Frauentag hat seit Jahren einen festen Platz im Terminkalender des Ludgerus-Werkes Lohne: So folgten am Freitag rund 80 Frauen der Einladung von Ludgerus-Werk- Leiterin Elisabeth Schlömer und die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Lohne, Christiane Kröger, in die Hofstelle Möhring.Lesung in Lohne (Weltfrauentag 2009)
Hier erlebten sie eine beeidruckende Lesung der Autorin und Malerin Anita Hermeling– neben einem Frühstück mit kulinarischen Köstlichkeiten und Musik des Marimba-Duos mit Anna Nordlohne und Alexandra Strigin von der Musikschule Lohne. Eingangs verwies Elisabeth Schlömer auf die bewegte Geschichte des Frauentages, der alljährlich am 8. März gefeiert wird. „Wir haben viel erreicht und trotzdem: Echte Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieht anders aus.“ Die politischen Parteien müssten sich gerade in diesem Wahljahr daran messen lassen, welche Antworten sie auf Fragen nach Kinderbetreuung, flexiblen Arbeitszeitmodellen und Niedriglöhnen gäben.
Wie ihr die Kreativität half, ihr Schicksal anzunehmen – und wie dieses Schicksal überhaupt erst die Kreativität freisetzte, schilderte anschließend Anita Hermeling . Die Autorin aus Lindern, die an Multipler Sklerose erkrankt ist, hat nach autobiographisch geprägten Büchern nun ein Familienepos („Alabaster und Gold“) veröffentlicht. Wie sehr sie ihre Zuhörerinnen beeindruckte, zeigte sich auch in den vielen Signierwünschen.

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.