„Denken – Fühlen – Malen“ ist nun in Dresden angekommen

Die Copaktiv – Tour der Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH/ Teva Pharma GmbH geht nach erfolgreichen Präsentationen 2009 in Berlin, Bonn, Hamburg und Frankfurt im vergangenen Jahr weiter. 2010 wurden die Werke nacheinander schon in Bayreuth, Ravensburg und Bochum gezeigt.
Am Mittwoch vergangener Woche gab es wieder ein Highlight. Man schrieb den 02. Juni 2010.
Die Wanderausstellung „Denken-Fühlen-Malen“ ist in Dresden in der Uniklinik im MS-Zentrum angekommen.
Ich habe mich gefreut, dass ich es geschafft habe, trotz starker gesundheitlicher Beschwerden, an der Vernissage
teilzunehmen.

Ich sitze vor einem meiner Bilder
Susanne Kempf hat der Ausstellung wieder einmal ein Gesicht gegeben. An dieser Stelle möchte ich ihr meine Hochachtung aussprechen. Sie selber ist auch eine von uns, also eine Leidensgenossin, die trotz ihrer Beschwerden, couragiert Tolles auf die Beine stellt, wie zum Beispiel diese wunderbare Tour. Und nun komme ich auf die Multiple Sklerose zu sprechen. Kurz genannt MS, die Krankheit mit den tausend Gesichtern, fordert uns geradezu auf, dass wir trotz erschwertem Lebensalltag, unsere Gefühle aufs Papier fallen lassen sollten, weil es hilfreich ist und heilend auf die Seele wirken kann. So zumindest sehe ich es. Niemals soll es heißen: „Anita Hermeling gibt sich auf.“ Und ich glaube, das kann man von vielen Ms-Patienten sagen. Wir kämpfen, solange wir die Kraft dazu haben. Pinsel, Farbe und Papier, diese drei Werkzeuge sind es, die uns helfen, diesen Kampf zu führen, nicht verbissen, nein mit Routine und Selbstbewusstsein. Der Chefarzt der Klinik freute sich sichtlich über die wunderschönen Bilder im Flur und regte an, demnächst seine Patienten dazu zu bewegen, auch dieses Hobby zu ergreifen. Weiße Wände solle es hier nicht mehr geben. Wände sind dazu da, viel Buntes zu tragen. Außerdem birgt jedes Bild seine eigene Geschichte, nämlich die des Künstlers und das alleine schon ist es wert, dass es noch viele Ausstellungen dieser Art geben sollte. Ich werde, solange man mich dabei haben möchte, gerne meine Bilder zur Verfügung stellen. Dresden war für mich eine Reise wert. Warum? Ich habe liebe „alte“ Mitstreiterinnen getroffen und mich mit ihnen austauschen dürfen und Hände geschüttelt, die ab jetzt für mich Gesicht und Namen haben. Müde aber glücklich bin ich zwei Tage später und nach dem Besuch der Frauenkirche und der Semper Oper mit der Bahn in Begleitung meines Mannes nach Hause gefahren mit all meinen schönen Erinnerungen an die Vernissage.

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Über Anita Hermeling

Bereits in sehr jungen Jahren erkrankte ich an Multiple Sklerose. Nach der Geburt meiner Tochter, das Jüngste meiner 3 Kinder. Mit ihr war unsere Familie komplett, 2 Jungs, 1 Mädchen und wir die Eltern. Doch das Glück währte nicht lange. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, das spürte ich. Zwei bis drei Jahre lang suchte ich nach einer Erklärung, bis ein Arzt mich aufklärte. Die MS war in meinen Körper, in meine Familie, in unser Haus eingezogen. Die Krankheit zog mich immer mehr nach unten, körperlich und seelisch.Niemand glaubte mehr daran, dass ich mich aus diesem Sog befreien konnte. Da geschah das Wunderbare. Ich gewann an Lebensfreude und Energie und mein Körper machte mit. Freundinnen machten mich vertraut mit Hobbys, die ich sehr mochte. Das war der Anfang meiner "Karriere" als Malerin und Autorin. Eigene Ausstellungen und Lesungen halfen mir und Menschen, die so wie ich an dieser heimtückischen Krankheit litten, Mut und Energie neu zu entfachen. Drei Bücher zum Thema, sowie Gewinner - Geschichten .aus Wettbewerben sind aus meiner Feder entstanden. Die MS hielt still, solange nichts Negatives in mein Leben trat. Hier möchte ich vorläufig enden und genießen, was mir Positives geschah.